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„Respekt Coaches“ werden die Haushaltsmittel gestrichen: Projektende am Rahel-Varnhagen-Kolleg und AD-Gymnasium

Bundesministerium streicht Fördermittel für pädagogisches Programm: Hagener MdB verweist auf knappen Bundeshaushalt

Zum Ende des Jahres soll das Förderprogramm „Respekt Coaches“ auslaufen - obwohl alle beteiligten Seiten das Programm für erfolgreich und wichtig halten. Um die Reichweite demokratischer Bildung zu erhöhen, setzen Jugendmigrationsdienste (JMD) seit 2018 bundesweit das Programm „Respekt Coaches“ (RC) um. Die Coaches arbeiten an Schulen, organisieren Projekte rund um Demokratiebildung und Extremismusprävention und bieten Workshops zu politischen Bildungsthemen oder Social-Media-Workshops an. Sie kümmern sich um Aggression und Mobbing – gerade dort, wo reguläre Lehrkräfte das im Unterrichtsalltag nicht können. Dieses vom Bund geförderte Programm soll jetzt eingestellt werden – und das zu einer Zeit, in der Demokratieskepsis auch unter Jugendlichen deutlich zunimmt.

Mit dem bevorstehenden Ende ihrer Arbeit konfrontierte das Hagener RC-Netzwerk, bestehend aus AWO als Trägerin, Mitarbeitenden, Schulleitungen, Lehrkräften und Schüler*innen und Studierenden die Bundestagsabgeordnete Tijen Ataoğlu. Mit dem geplanten Auslaufen des Programms ende nicht nur ein bewährtes Workshop-Angebot, so die Respekt Coaches. Zugleich falle ein über Jahre hinweg aufgebautes Netzwerk weg. Dieser Verlust schwäche die nachhaltige Demokratiebildung und Extremismusprävention erheblich. Dabei seien die langfristigen gesellschaftlichen Folgekosten einer fehlenden Prävention deutlich höher als die Investitionen in bestehenden und erfolgreichen Strukturen.

Die CDU-MdB verwies auf die Entscheidung der Bundesregierung, bei der Aufstellung des Bundeshaushalts für das Programm ab 2027 keine Mittel mehr einzuplanen. Sie bot allerdings an, mit ihren Kontakten in die Bundes- und Landtagsfraktionen das Anliegen der AWO zu unterstützen, um die erfolgreiche Arbeit der Respekt Coaches langfristig zu sichern und nachhaltig in der Bildungslandschaft zu verankern.

Am Standort Hagen ist das Programm seit 2018 erfolgreich etabliert. Kooperationsschulen waren und sind das Cuno-Berufskolleg, das Albrecht-Dürer-Gymnasium, das Rahel-Varnhagen-Kolleg sowie das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg. Bundesweit ist das Programm an rund 150 Standorten mit etwa 220 Fachkräften vertreten. Die Respekt Coaches fördern demokratische Kompetenzen, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Resilienz junger Menschen gegenüber jeder Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Gleichzeitig schaffen sie Möglichkeiten für soziale und gesellschaftliche Teilhabe und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein respektvolles und demokratisches Miteinander.

Vor dem Hintergrund zunehmender Hasskriminalität, gesellschaftlicher Polarisierung und demokratiefeindlicher Einstellungen gewinnt die Arbeit der Respekt Coaches weiter an Bedeutung. „Unsere Arbeit steht nie still. Wir haben schon mit so vielen Schülerinnen und Schüler gesprochen, gearbeitet und sie begleitet. Gleichzeitig wollen wir noch mehr Kinder und Jugendliche erreichen und sie unterstützen“, erklärt Jana Sänger, Standortleiterin bei der AWO Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis.

Die Botschaft des RC-Netzwerks, die die Abgeordnete nach Berlin mitnehmen sollte, war deutlich: Die langfristigen gesellschaftlichen Folgekosten einer fehlenden Prävention sind deutlich höher als die Investitionen in bestehende und erfolgreichen Strukturen. Dafür brauche es ein Konzept. Die ersatzlose Streichung des Programms wäre ein Schaden für alle.

Das Programm "Respekt Coaches" setzt sich für Demokratiebildung und Extremismusprävention auch an Hagener Schulen ein.
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