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Bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung - AWO informiert in Menden

Zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung (15. bis 19. Juni 2026) traf sich AWO-Unterbezirks-Vorstandsmitglied Inge Blask in Menden mit den AWO-Schuldnerberatern Oliver Frebel und Volker Marx. Sie informierte sich über das Motto der Aktionswoche „Wie komme ich an mein Geld? – Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“.

In Deutschland sind fast sechs Millionen Menschen überschuldet, monatlich kommt es zu rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen. Wenn es so weit ist, haben Betroffene das gesetzlich garantierte Recht auf ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto.  P-Konto-Inhaber*innen können trotz Pfändung weiter über das gesetzlich geschützte Existenzminimum (momentan 1.560 €) verfügen. „Trotz eindeutig geregelter gesetzlicher Vorgaben erleben viele verschuldete Menschen weiterhin große Schwierigkeiten mit ihren Pfändungsschutzkonten. Ohne schnelle und korrekte Unterstützung durch  Schuldnerberatungsstellen steht zeitweise kein Geld für Miete, Lebensmittel oder Unterhaltszahlungen zur Verfügung.“ erklärt AWO-Teamleiter Oliver Frebel. 

Obwohl es klare gesetzliche Regelungen gebe, berichten Betroffene immer wieder von Problemen, besonders mit den Banken. Dabei darf die Bank oder die Sparkasse die Einrichtung eines P-Kontos nicht an Bedingungen knüpfen. "Die Verbraucher kennen ihre Rechte oft nicht. Sie wissen nicht, dass die Bank verpflichtet ist, das P-Konto einzurichten" - sagt Volker Marx von der Beratungsstelle Menden der AWO. Für Personen mit Unterhaltspflichten oder besonderen Lebensumständen könne zudem ein erhöhter Freibetrag beantragt und durch die Schuldnerberatungsstelle bescheinigt werden. 

Die SPD-Landtagsfraktion hat vor kurzem eine politische Initiative zur Reform der Schuldnerberatung in NRW eingebracht, die das Ende der künstlichen Trennung von Schuldner- und Insolvenzberatung sowie ein flächendeckendes Angebot für alle überschuldeten Menschen in NRW vorgeschlagen hat. Auch das Motto der diesjährigen Aktionswoche „Wie komme ich an mein Geld“, bezogen auf Probleme rund um das Pfändungsschutzkonto, war Thema.  Hierzu hat die Hemeraner Abgeordnete die Landesregierung und die Bankenverbände angeschrieben, um mehr über die Vergabe- und Einrichtungspraxis bei solchen Konten zu erfahren. 

„Viel zu oft wird überschuldeten Menschen der Zugang zum Pfändungsschutzkonto künstlich erschwert – obwohl dieser in der Notlage extrem wichtig ist und gerade deswegen auch gesetzlich gesichert ist. Hier müssen die Banken und die Gerichte unbürokratischer und transparenter werden!“ so Inge Blask dazu.

Inge Blask, MdL mit den AWO-Schuldnerberatern Oliver Frebel (li.) und Volker Marx
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